Warum man mit Werbetext ganz viel Geld sparen kann. Oder: BWL für Fortgeschrittene

Lächerliche Eigenwerbung wird der geneigte Leser jetzt denken. Klar, der Mann will Geschäfte machen. Will er auch. Auch »TMR« muss leben. Und trotzdem kann er seinen Kunden auch bei Heller, Mark und Euro etwas Gutes tun. Und das ist ganz einfach. Entscheidend ist, dass die meisten der potenziellen Kunden, die da denken — »kann ich auch selbst schreiben« — nicht auf dem Schirm haben, was sie sich damit für Probleme einhandeln. An ganz viel Arbeit, an ebenso viel Mühe, an mangelnder Kundenorientierung und last but not least verschwendetem Bargeld. Ein Augenöffner:

Diverse Gespräche auf der diesjährigen CeBIT, vor allem mit Menschen die noch nicht in den Referenzen des »TMR« Text + News-Service stehen, zeigten es wieder deutlich. Die Einspar-Potenziale für KMUs wie auch Großunternehmen sind groß — ganz konkret, beim Werbe- und Marketing-Budget.

Nehmen wir also das typische Beispiel: Unser Top-Shop ‘Haar&Hundebuerste’ will seine Kunden zum Seminar über das richtige Bürsten von Retrievern einladen. Was passiert? Marketing-Chef Fritzmeier lässt Abteilungsleiter Fritzmüller einen Entwurf machen — »schaunsemal was da so rein muss, Brainstorming, Siewissenschon, Fritzmüller«. Der brave Mann wird locker einen halben Tag damit verbringen. Netto: vier Stunden à 36,50.

Dann übernimmt Fritzmeier, liest, korrigiert und schreibt selbst den einen oder anderen Satz, wackelt mit Kopf und denkt daran, was wohl der stets kritische Geist und Boss des Ganzen Fritzschulze dazu sagen wird. Was muss denn noch alles rein? Nur die Seminare ist doch zu wenig! Gleich noch das Spezialfutter erwähnen und die Riesenauswahl an Hundebürsten. Auf jeden Fall! Und nachher könnte noch jemand der Mailing-Empfänger denken ‘Haar&Hundebuerste’ hätte kein Zubehör im Programm… Na ja, rechnen wir konservativ (Fritzmeier ist ein Mann der schnellen Entscheidungen) — netto drei Stunden à 78,30.

Bevor das so einfach rausgeht, muss natürlich noch der Chef sein OK geben. ‘Haar&Hundebuerste’-Macher Fritzschulze liest und denkt und liest und denkt und denkt und liest, streicht ein wenig hier und fügt ein Wort dort ein. Langer Rede kurzer Sinn: netto locker zwei Stunden à 134,70.

Und mitgerechnet? ‘Haar&Hundebuerste’ hat bis jetzt schon 650,30 ausgegeben – und das Ende ist nicht abzusehen. Denn weiteres Hin- und Herschaufeln zwischen Fritzschulze und -meier ist klar am Werbemailing-Horizont zu erkennen.

Ein mutiger und sparsamer Marketing-Chef hätte sich einen freien Werbetexter gesucht, ihn gebrieft (sprich viel Material per E-Mail zugeschickt und eine Viertelstunde mit ihm telefoniert) und am gar nicht so dicken Ende richtig viel für sich und sein Unternehmen eingefahren. Neue Rechnung: 200 Euro plus für den Texter, eine halbe Stunde Briefing à 44,15, einen zufriedenen Chef, der begeistert nickt. Schulterklopfen und ein erfolgreiches, kunden- und zielgruppenorientiertes Mailing mit echtem Mehrwert für die Kunden und ohne unnütze Selbstbespiegelung von ‘Haar&Hundebuerste’.

Ergebnis: fast 400 Euro gespart — Zeit für andere, wahrhaft produktive Dinge gefunden und viele viele Anmeldungen als Ergebnis. Top-Laune und Mut zu mehr Marketing-Aktivitäten. Noch mehr auf der Haben-Seite verbuchen… Kurz gesagt: So kann man mit Werbetext Geld sparen.

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10 Kommentare zu “Warum man mit Werbetext ganz viel Geld sparen kann. Oder: BWL für Fortgeschrittene

  1. Wobei diese Rechnung nur dann aufgeht, wenn Fritzmeier, Fritzmüller und Fritzschulze gerade etwas Besseres zu tun haben als an einem Text zu dillettieren. Wenn sie stattdessen nur mit sinnlosem Alibi-Gedöns beschäftigt wären (in der Unternehmenskommunikation weit verbreitet), wäre die Marke Eigenbau wieder billiger.

  2. Schönes Beispiel, lässt sich auch auf viele andere Bereiche übertragen. Ich denke speziell viele kleine oder Ein-Mann Unternehmen sind sich oft der versteckten Kosten der “Das-mach-ich-schnell-selbst” Mentalität nicht bewusst.

    • Stimmt, dennoch bekomme ich oft genug zu hören/spüren dass das Problem nicht allein darin liegt, dass die “Mach-ich selbst” Mentalität dort vorschreibt, ob da ein externer Dienstleister gesucht wird – sondern eben:
      “Okay, ich bin da, ich hab Zeit… kostet mich kein (zusätzliches) Geld [muss mir ja als 1-Mann(Frau)-Show kein Gehalt zahlen]- wenn ich dem (Texter) jetzt für’s Text(e) schreiben 200 Euronen überweisen soll – den dann auch noch briefen muss (weil ich ja teilw. selbst noch nicht einmal genau weiß, was/wer erreicht werden soll, geschweige denn ich hätte ausreichend Informationen mit denen ich den Texter vorinformieren könnte)… ja, dann hab ich’s doch auch selbst erledigt.

      Ach und der Griff in den Geldbeutel, den ja der externe (böse) Texter vor hat, den spar ich mir auch.”

      (Nach dem Lesen aus Xing kommend, konnte ich mir diesen Kommentar, der imho wider gibt, was tagtäglich draussen passiert, nicht verkneifen)

      • Tja, leider, ganz und gar aus der Realität – und tatsächlich müsste man sich als Texter oft genug als Unternehmensberater gerieren und bei der Rechnung die eine oder anderer 0 hinten dran setzen. Aber na ja, man ist ja nur ein kleiner Werbetexter und nicht Roland Berger.

    • Das ist aber unter anderem einer der Knackpunkte für die Akquise für mich und meine Kollegen. “Schreiben… kann ich selber” – die Dienstleistung wird teilweise nur gering geschätzt und nicht erkannt, was für Potenzial darin steckt.
      Selbst bei Agenturen, wo ich mehr Professionalität erwarten würde, begegnet es mir immer wieder – wo irgendwer “ganz gut schreiben kann, danke”. Und auch hier sage ich: Lasst Menschen ran, die das können. Spart Zeit, spart Geld.

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