Soziale Netzwerke – warum Twitter nicht immer funktioniert

Fast mag man es schon nicht mehr hören — über all twittert es, die Irrungen und Wirrungen diesen relativen neuen Social-Network-Kanals sind Legion. Neu? Na ja, nicht so ganz. »TMR« nutzt Twitter seit dem 1. Mai 2007 — doch erst jetzt springen viele viele Leute auf den schon lange fahrenden Zug. Eine Menge Unternehmer, speziell KMUs, sehen hier ihre Chance, doch sind meist nach wenigen Wochen wieder weg. Twitter scheint für sie nicht zu funktionieren. Doch mehrheitlich ist die Antwort ganz einfach.

Twitter wird falsch benutzt, ebenso wie andere Netzwerke, z.B. XING. Typische Reaktion: »Dafür habe ich keine Zeit, muss so viel arbeiten… da kann ich nicht noch…« Da läuft schon etwas im Ansatz schief. Begreift man solche sozialen Netzwerke als Medium für seine Arbeit, dann muss man schlicht Zeit dafür einplanen. Das ist im guten Sinne des Wortes Akquise. Und die kostet – Zeit und damit vielleicht sogar Geld. Aber: es ist Arbeitszeit. Nebenbei, abends, wenn man mal Lust hat… das ist Kappes und keine Akquise.

Dazu kommen die Eigenarten jeder dieser Kanäle. Bei XING ist Aktivität in Foren zweifellos ein guter Ansatz, hunderte passiver (und interessierter) Mitleser, stehen für ein großes Potenzial. Und bei Twitter ist es ein besonderer Faktor, die Persönlichkeit muss leuchten. Wer dort fantasielos und per Verlautbarung Meldungen von sich gibt, hat schon verloren. Doch vor dem munteren Twittern steht noch mehr Arbeit: es gilt, sich erst einmal eine erkleckliche Anzahl von »Followern« zu akquirieren. Einfache Möglichkeit: Selbst gezielt auf Jagd gehen und vielen vielen anderen folgen. Ganz viele folgen zurück, der Stamm baut sich meist rasch auf.

Doch dann kommt der nächste Punkt: Die Tweets müssen gut sein, gut im Sinne von persönlich, witzig bis originell — oder schlicht erkennen lassen, dass am anderen Ende ein Mensch sitzt. Das ist das Wesentliche. Wer das schafft, hat von alleine schnell neue »Follower«, wird zitiert (»retweeted«) und damit attraktiv für andere. Wer es jetzt schafft, seine Botschaft in persönliche Formulierungen und Reaktionen zu verpacken, der hat schon gewonnen. Geht nicht? Geht! Ein besonders gutes Beispiel ist der Cinemaxx-Konzern. Dort hat man das Medium perfekt verstanden. Dort gibt es vier Menschen, die (identifizierbar durch Kürzel) auf sehr eigene Weise die Botschaft vermitteln.

Hier ein paar knappe, handfeste Tipps, wie dieses Medium gut zu (be-) nutzen ist:

Persönliches Branding Wurde schon ausführlich erklärt: Wer nicht als Mensch erkennbar ist, hat bei Twitter nichts zu suchen.

Schnelle Reaktion Twitter ist ein knappes und schnelles Medium, Antworten auf »Direct Messages« (direkte Nachrichten) oder »Mentions« (Erwähnungen) müssen zeitnah kommen, nicht in zwei Tagen, nicht mal in einem Tag.

Sprache richtig nutzen Kurze Sätze, knapper, verständlicher Wortschatz — es gibt nur 140 Zeichen! Da darf man auch mal gegen die Regeln verkürzen, mit Ausrufen reagieren und informell sein. Twitter ist keine Firmenbroschüre und kein Geschäftsbericht!

Informationen verbreiten Wie in allen Formen moderner 2.0-Kommunkation gilt, dass der Mehrwert den Mehrwert bringt. Das Verpacken handfester Infos in knappe Zeilen, auch natürlich mit Links zu Webseiten (vielleicht sogar »Landing Pages«) versehen, lässt Leser dranbleiben.

Kommentieren Schnell und persönlich zu sein, beinhaltet auch eine Meinung zu haben. Das ist es, was Leute interessiert.

Das Medium aktiv verwenden Twitter ist Direktmarketing, erreicht potenzielle Kunden schneller und unmittelbarer als jedes andere Medium!  Die immer knapper werdende Aufmerksamkeitsspanne wird optimal bedient. Gerade Shops und traditionelle Medien (Print) haben hier eine echte Chance.

Empfehlungsmarketing Dafür ist dieses soziale Netzwerk geradezu geschaffen. Über den Tellerrand blicken, den anderen »etwas Gutes tun« kommt garantiert als Mehrwert zurück.

Twitter, XING oder LinkedIn sind pralles Leben, eine enorme Chance in der Zeit der immer weiter beschnittenen Formen des elektronischen Marketings frische Märkte zu erschließen. Nur nutzen muss man es wollen — und, ja, es wirklich »leben«. Dann wird’s auch mit den Kunden.

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