Content-Marketing im B2B – ein Weg mit starken Stolpersteinen

Manche Witzbolde übersetzen B2B gerne auch mal als »Boring2Businesspeople«. Und wie immer mit solchen Bemerkungen, gibt es natürlich das berühmte Körnchen Wahrheit darin. Wenn es um den berühmten Endkunden geht, dann darf es im Zeichen von Content-Marketing kaum bunt genug sein. Das verstehen viele Leute und haben es sich mittlerweile zu eigen gemacht, ordentlich viel Buntes zu veröffentlichen. Manche verstehen sogar die Sache mit dem semantischen Umfeld (Wenn mein Key »Paris« heißt, dann darf ich auch über Café au lait, Rotweine und grünen Schnapps schreiben). Toll.

Nicht so toll ist es meist beim Thema B2B, oft genug gar nicht. Gehobene Langeweile ist noch bescheiden als Analyse. Noch viel öfter drängt sich die Erkenntnis auf, dass die Unternehmen überhaupt nicht wissen, warum sie eigentlich B2B-Content-Marketing machen. 

Bleiben wir mal bei diesem letzten Punkt: Fragen Sie mal den Marketing-Verantwortlichen eines typischen Mittelständlers, oft ja noch der Unternehmer selbst (»Das mach’ ich auch noch mit, kein Ding!«), warum er Content-Marketing macht (wenn überhaupt)? Meist erntet man ein paar dahingemurmelte Clichés, oder gleich ein blankes Entsetzen verbunden mit glasigen Augen. Ja, aber, man habe ihm doch gesagt, dass … Vergessen Sie’s. Also, erster wichtiger Punkt: Wenn dieses Content-Marketing nicht in eine Strategie eingebunden ist, der Unternehmer also nicht definitiv weiß, warum er es angeht, dann sollte man es einfach lassen. Gilt übrigens auch fürs B2C. Ein Ziel sollte man schon formulieren können. Egal wie niedrig es auch angesetzt sein mag.

Über die Langeweile sprachen wir ja schon, ein echtes Problem, keine Frage. Klar, B2B-Unternehmen haben kein Millionen-Publikum. Doch sie haben Entscheider am anderen Ende der Leitung. Auch das sind Menschen, auch die wollen Informationen, Daten, Wissen und Erfahrung. Und manchmal auch nur ein wenig Unterhaltung. Warum nicht? Früher gab es ein paar Flaschen Wein zu Weihnachten, heute, wo das verpönt ist, gibt es eben Cat-Content im Kommunikationskanal. OK, ganz so einfach ist es natürlich nicht, man möge mir die Zuspitzung nachsehen – aber der gelungene Abstand zum eigenen (Vertriebs-)Thema kann so gar nicht schaden. Da hätten wir schon mal den zweiten Stolperstein überwunden.

Jetzt aber der ganz große Knackpunkt: Immer und immer wieder begegnet es einem ins Gesprächen mit (potenziellen) Kunden, die Angst der Unternehmer vor dem Kontrollverlust. Und davor, zu viel zu verraten. Uuuhuuu, die bösen Mitbewerber, werden gleich alles gegen einen verwenden. Humbug. Je mehr Transparenz, desto mehr Vertrauen schaffe ich bei meinen Kunden und dem gesamten Umfeld.

In diesem Blog war es schon öfter zu lesen, und es wird nicht weniger wahr über die lange Zeit: Vertrauen ist die neue Währung des Internet. Dazu ein Pfund oder zweikommasieben Kilo Persönlichkeit und die Sache ist geritzt. Authentizität halt. Wer offen ist und nichts à la »Black Hat« zu verbergen hat, ist auch nicht angreifbar. Heißt ja nicht, dass man jetzt gleich den Tresor aufmacht und die Geheimrezepte von 1896 veröffentlicht.

Und noch einer zum Schluss: Nicht die bereits genannten Mitbewerber nachmachen. Das bringt nichts. Ein eigenes Profil ist Gold wert. Klar, keine Ignoranz gegenüber dem was die Konkurrenz macht, das geht nicht – man muss informiert sein und bleiben. Was aber eben nicht heißt, dass man nicht eigene Ideen entwickelt – eben »unique content« anstatt »duplicate content«. So einfach.
Und überhaupt: Vielleicht machen die anderen ja sogar was falsch. Um so schlimmer, wenn man dann nachkocht, was andere schon zusammen gebrutzelt haben. Der B2B-Unternehmer, der auf eigene Qualität setzt, macht jedenfalls nichts verkehrt.

Immer daran denken: Die Informationen, die man veröffentlicht, werden im Zweifel auch gelesen, von echten Menschen und nicht nur Suchmaschinen-Spidern. Generell bedeutet gutes B2B-Content-Marketing sich von vermeintlichen Standards durchaus zu entfernen, etwas nicht nur zu machen, weil es andere tun. Kurz: Das eigene Konzept ist Beste. Und immer an die Menschen am anderen Ende des Kommunikationskanals denken! Wichtiger als alles Andere!

Ähnliche Artikel:

Vernachlässigte Seiten im E-Commerce: Kategorien und Übersichten Verkaufen ist gut, gefunden werden noch viel besser – so die Weisheit des Monats. Aber mal im Ernst: es gibt eine Sorte Webseiten, die oft allzu stiefmütterlich behandelt wird und doch eine immense Fu...
E-Mail-Marketing: Double-Opt-In & Co. Heutzutage ist es ja schon Usus auf allen Seiten die das Web krönen. Mail-Adressen abfragen und dann möglichst die potenziellen Kunden per Werbemail beglücken. Oft und immer wieder. Noch öfter ungefra...
Eine zweite Luft für Twitter – warum dieser Social Media-Kanal wieder populär wird Völlig klar, werden manche Leute sagen. Facebook schlägt uns die Tür vor der Nase zu und will für Alles und Jedes Bargeld haben. Foul! Ja, ein dickes Foul und es könnte diesem populären Social Media-K...

Bewerten:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)
Loading...

Ein Kommentar zu “Content-Marketing im B2B – ein Weg mit starken Stolpersteinen

  1. Dieser Artikel wurde in einem anderen Beitrag erwähnt:
    Auch „langweilige“ Kunden brauchen guten Content. Wie geht's

    […] unseres Wohlstands. Der viel gepriesene Mittelstand, die KMU, er muss felsenfest stehen, braucht Content-Futter für den eigenen Blog und zum Seeding für seine Social-Media-Kanäle (die er denn hoffentlich auch hat). Was macht man […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

(Alle Kommentare werden vor der Veröffentlichung moderiert.)